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Es ist Montagmorgen, 08:30 Uhr. Ein kleines Legal-&-Compliance‑Team eines Glücksspiel‑Anbieters in Deutschland sitzt im Call. Die Zahlen vom Wochenende sind da. Videoident bricht in der Primetime öfter ab. Ein Pilot mit der Online‑Ausweisfunktion lief besser als gedacht, aber die Nutzungsrate ist noch klein. Das Produktteam fragt, was eIDAS 2 und das neue EU‑Wallet am KYC ändern. Die GGL erinnert an saubere Altersprüfung vor dem ersten Einsatz. Zeit für einen klaren Blick: Was gilt jetzt, was kommt bald, und welche Ident‑Wege sind wirklich tragfähig?
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV) setzt klare Leitplanken. Ohne verlässliche Ident‑ und Altersprüfung kein Zugang zu legalem Spiel. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht das. Dazu kommt OASIS, die zentrale Sperrdatei. Infos: OASIS‑Spielersperrsystem. Onboarding‑Fehler sind hier nicht nur UX‑Thema, sondern Aufsichtsrisiko.
Wer spielt, soll lizenziert spielen. Nutzer fragen deshalb: Steht der Anbieter auf der Whitelist? Wer nicht täglich Verordnungen liest, braucht eine klare Übersicht. Ein redaktionell gepflegter Marktüberblick hilft, Zeit zu sparen und Fehlgriffe zu meiden. Hier passt ein Verweis auf einen neutralen Guide. Der Casinainfo.se guide bündelt Infos zu Anbietern, Lizenzen und Schutz‑Hinweisen. So prüfen Spieler selbst und treffen bessere Entscheidungen.
So läuft es: Nutzer zeigt Ausweis vor die Kamera. Ein Agent prüft. Es gibt Fragen, Abgleich, Fotos. Pluspunkte: Bekanntes Verfahren, von Aufsichten oft akzeptiert. In Deutschland sind die Eckpunkte in einem BaFin‑Rundschreiben erklärt: BaFin: Videoidentifizierung. Minuspunkte: Hohe Kosten pro Fall, Wartezeiten abends, Abbrüche bei schwacher Verbindung, Barrierefreiheit teils schwach.
So läuft es: Nutzer identifiziert sich mit dem Online‑Ausweis (eID‑Funktion) oder künftig mit dem EUDI Wallet. Daten kommen sicher und signiert. Pluspunkte: Stark gegen Betrug, schnelles Onboarding, klare Datenherkunft. Technikleitplanken gibt das BSI, z. B. BSI TR‑03147. Minuspunkte: Heute noch geringere Nutzung im Massenmarkt, Setup‑Hürden, Gerät/OS‑Voraussetzungen.
So läuft es: Datenbank‑Prüfung plus Bank‑Konnektor (z. B. Kontoinhaber‑Check), ggf. Nachweis per QES, biometrischer Selbstabgleich, starke Login‑Sicherung mit FIDO2. Vorteil: Flexibel, skalierbar, oft günstiger. Nachteil: Fragmentiert, braucht sauberes Risikomodell und Audit‑Trail. Für Vertrauensniveaus und Auth‑Stufen lohnt ein Blick in NIST SP 800‑63‑3 (IAL/AAL/LoA‑Denke).
Die folgende Tabelle zeigt typische Eigenschaften. Zahlen hängen stark von Zielgruppe, UX und Traffic‑Zeit ab. Nutzen Sie sie als Kompass, nicht als starres Gesetz.
| Videoident | BaFin‑Leitplanken, eIDAS‑kompatibel je nach Anbieter | Mittel bis hoch (abh. Qualität/Vorgaben) | Mittel bis hoch in Peaks | Ja / Ja / Teilweise / Ja | Mittel (Live‑Biometrie, Aufzeichnung) | €€–€€€ | Abends Engpässe; gute Schulung und Betrugserkennung wichtig |
| eID / EUDI Wallet | eIDAS, BSI‑Richtlinien, EU‑Wallet‑Spezifikationen | Hoch | Niedrig bis mittel | Ja / Ja / Teilweise / Teilweise | Niedrig bis mittel (datenarm, signiert) | €–€€ | Schnell; Adoption noch im Aufbau; starke Belege |
| Hybrid‑Flow | EBA‑Guidelines, ETSI TS 119 461, interne Policy | Variabel (durch Policy steuerbar) | Niedrig bis mittel | Ja / Ja / Ja / Ja | Mittel (mehr Systeme, Data‑Flows) | €–€€ | Guter Mix aus UX, Kosten und Risiko; sauberer Audit‑Trail nötig |
Hinweise: Tendenzen basieren auf Markt‑Beobachtung und gängigen Leitfäden, etwa ENISA: Remote Identity Proofing. Konkrete Raten variieren nach Zielgruppe, Kanal und Provider.
Gesichtserkennung und Lebenderkennung sind stark. Sie sind aber heikel. Regeln Sie, was gespeichert wird, wie lange, und wofür. Erklären Sie den Zweck in klaren Worten. Prüfen Sie Bias und Fehlerquoten. Machen Sie eine Datenschutz‑Folgenabschätzung (DSFA), wenn das Risiko hoch ist. Geben Sie eine Alternative ohne Biometrie, falls möglich. Keine dunklen Muster, keine Druck‑Tricks.
Ja, wenn das Verfahren die geltenden Leitplanken erfüllt und Sie Alters‑ und Ident‑Prüfung sauber dokumentieren. Beachten Sie das BaFin‑Rundschreiben und die Anforderungen der GGL/OASIS.
Sie bekommen einen starken, EU‑weiten Ident‑Nachweis mit klaren Signaturen und Prüfregeln. Das kann Onboarding beschleunigen und Betrug senken. Planen Sie jetzt die Schnittstellen, starten Sie mit Piloten.
Oft nein. Für DE ist vor Spielstart eine verlässliche Ident‑ und Altersprüfung nötig. Ein reiner Datenbank‑Abgleich ist riskant. Kombinieren Sie ihn mit stärkerem Nachweis oder Fallback.
Wenn das Risiko hoch ist, etwa bei Biometrie oder großem Datenumfang, ja. Prüfen Sie das strukturiert und dokumentieren Sie das Ergebnis.
Beginnen Sie mit einem Hybrid‑Flow, definieren Sie klare Risiko‑Signale und Fallbacks. Testen Sie eID dort, wo die Zielgruppe es kennt. Messen Sie alles.